Aktion: Ohne Papa geht's nicht :

Man fühlt sich direkt verantwortlich für Zwei

Man fühlt sich direkt verantwortlich für Zwei

Dass ihr vor einer Stammzellspende keine Angst haben müsst, kann Tanja Thiele aus Titmaringhausen aus eigener Erfahrung berichten. Die heute 35-jährige hat 2013 Stammzellen gespendet - für sie eine Selbstverständlichkeit. „Sobald ich 18 war, wollte ich mich typisieren lassen, das war völlig klar.“

10 Jahre nach ihrer Typisierung in Hesborn kam dann der Anruf. Dass sie tatsächlich spenden durfte, hat sie überrascht und sehr gefreut. Gleichzeitig übermannte sie plötzlich das Gefühl, eine enorme Verantwortung zu tragen. „Man fühlt sich direkt verantwortlich für Zwei. Kurz vor der Spende krank zu werden, wäre die größte Katastrophe. Wenn mir was passiert, ist der andere tot.“

Doch dieser Gedanke bestärkte die junge Frau nur und sie konnte sich motiviert auf die Stammzellspende vorbereiten. 5 Tage vor dem Spendetermin verabreicht sie sich einen Botenstoff, der die Stammzellen aus dem Knochenmark in das Blut übergehen lässt. Die Spende selbst verläuft ähnlich einer Dialyse. Bei ihr wurde das mittlerweile häufigste Verfahren angewandt, die sogenannte „Apherese“, bei der Blut aus dem Körper der Spenderin herausgeleitet wird und die Stammzellen aus dem Blut gefiltert werden. „Ich habe am ersten Tag 6 Stunden an der Maschine gelegen, und am nächsten Tag noch mal 4, weil ich für einen erwachsenen Mann gespendet habe.“

Der Patient, ein Franzose, hat überlebt, so viel weiß Tanja. Leider besteht jedoch in Frankreich eine Kontaktsperre, sodass Spender und Patienten keine Möglichkeit haben, die Identität des anderen zu erfahren. Der Kontakt ist für Tanja aber auch nicht so entscheidend, denn sie freut sich einfach nur, dass sie dem Franzosen helfen konnte. „Es war ein gutes Gefühl, zu wissen, dass man jemandem helfen konnte. Das würde man sich für sich selbst ja auch wünschen, wenn man in diese Situation käme.“

Tanja wird am 26.01. auch vor Ort sein und gern Fragen zu ihrer Stammzellspende beantworten.

Radio Sauerland sendet morgen, 20.01. zwischen 6 und 10 Uhr einen Beitrag!

Übrigens könnt ihr die Erfahrung von Tanja, von Kirsten Backhaus-Hesse und Informationen zum Aktionstag morgen zwischen 6 und 10 Uhr auch auf Radio Sauerland hören! Wir werden den Beitrag anschließend auch hier veröffentlichen. Also Radio einschalten!

Sonntag, 19. Januar 2020
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