Deifeld damals :

Eine kurze Chronologie

An der „Autobahn des Mittelalters”

Die Geschichte unserer Orte ist eng verknüpft mit der „Autobahn des Mittelalters“, der über 2000 Jahren alten Heidenstraße, welche über die Höhenzüge von Deifeld und Wissinghausen verlief.
Warenhandel, Dienstleistungen wie Stellmacherei, Schmiede und Vorspanndienste an der Steigung nach Küstelberg brachten zusätzlich zur Landwirtschaft erträgliche Einnahmen .

Leider brachte die Heidenstraße auch Unheil

Herumziehende Banden, Raubritter und Gauner nutzten die Verbindung, raubten und plünderten viele Einzelhöfe und kleine Ortschaften aus.

Die Pest Mitte des 14. Jahrhunderts und einige Missernten gaben den armen Bauern den Rest. In unserer unmittelbaren Umgebung entstanden sogenannte Wüstungen – verlassene Siedlungen, unsere beiden Orte aber wurden größer.

1237 – Deifeld wird erstmalig erwähnt

Das Mittelschiff unserer heutigen Kirche hat in dieser Zeit schon existiert.

Die Ritterfamilie „die Edelen von Develde“ gründeten unseren heutigen Ort mit Sitz auf dem Rothen-Berg. Sie zogen Steuern von den freien Bauern ein, mussten im Gegenzug aber ihre Höfe vor Überfällen beschützen. Keine leichte Aufgabe, in unmittelbarer Nähe zur Heidenstraße! Die Nachfahren der Edelen von Develde waren Knappen der Paderborner Hochvögte. Sie bauten 1150 in der damaligen Bauernsiedlung Büren eine Burg und gründeten die Stadt Büren.

Somit ist der Ursprung Deifelds zeitlich wohl viel früher einzuordnen.

1266 – Wissinghausen wird erstmalig urkundlich genannt

Nach neusten Erkenntnissen lag der ursprüngliche Ort mit einer Kirche und anliegenden Häusern aber 300 Meter südöstlich des heutigen Wissinghausens.

Die damaligen Wälder müssen wir uns heute komplett anders vorstellen. Statt Nadelwald herrschte oftmals dichter Laubwald vor, der von der Landwirtschaft intensiv genutzt wurde: Schweine wurden zum Mästen in Wälder getrieben, Laub als Einstreu in Stallungen verwendet.

Solche menschliche Eingriffe hatten zur Folge, dass der Aufwuchs ausblieb und ausgedehnte Heideflächen entstanden. Die Wissinghauser Heide ist ein Relikt aus dieser Zeit. Die 19 Hektar große Wacholder- und Zwergstrauchheide steht unter Naturschutz und bietet heute einen wertvollen ökologischen Raum für viele Tiere und Pflanzen.

1529 bis 1663 – Spielball zwischen Kurköln und Waldeck

Zwischen 1529 und 1663 wechselten aufgrund stetiger Geldnöte öfters die Besitzer der Freigrafschaft Düdinghausen zu der auch Deifeld und Wissinghausen zählten.

Dies hatte zur Folge, dass wir Spielball zwischen Kurköln und Waldeck wurden. Viele Unruhen kamen auf, als mehrfach auch noch die Konfession gewechselt werden musste.

130 Jahre sollten die Auseinandersetzungen dauern, erst 1663 kamen wir endgültig zu Kurköln.

1765 – Die Weiberschlacht von Wissinghausen

Die Weiberschlacht von Wissinghausen im Jahre 1765 ging in die Geschichtsbücher ein.

Sowohl der 30-jährige Krieg als auch der 7-jährige Krieg verursachten große Armut im Land. Daher erließ Kurköln 1764 eine weitere Steuer, die Genuss- und Lebensmittelsteuer. Es kam zu einem Steueraufstand der Grafschafter Bevölkerung welcher in einem militärischen Einsatz am 15.01.1765 in Wissinghausen gipfelte.

100 Soldaten kämpften gegen einfache Bauern. Dabei wurden zwei Deifelderinnen schwer verletzt und eine Düdinghauser Magd getötet. Da die Grafschafter aber weiterhin nicht zahlen wollten, schickte die Regierung 600 Soldaten und trieb durch 5-tägige Besetzung bei voller Verpflegung durch die Eingeschlossenen 1800 Reichstaler ein.

Zum Gedenken pflanzte man daraufhin eine Eiche, welche später in den 1960er Jahren für einen nie stattgefunden Straßenneubau gefällt wurde. Noch heute liegt ihr mächtiger Stamm dort.

1816 – Vereinigt

Seit 1816 gehört Wissinghausen gemeindepolitisch zum Ort Deifeld.

1902 – Die Kleinbahn Steinhelle-Medebach wird eröffnet

Ziel und Zweck war es, die große Abwanderungswelle junger Menschen nach Amerika Ende des 19. Jahrhunderts einzudämmen, heimische Waren besser zu vermarkten und die Infrastruktur zu verbessern.

Aus wirtschaftlichen Gründen wurde der Betrieb der Schmalspurbahn 1953 eingestellt.

1969 – Eingemeindet

Durch die kommunale Neugliederung im Jahr 1969 wurde Deifeld in die Stadt Medebach eingemeindet.