Deifeld erleben :

Weihnachten im Schuhkarton

„Was ist denn hier los in Hintertupfingen?“

Mit großen Augen schaut der Fahrer des LKW, der die gepackten Schuhkartons abholen soll, in die Küche der Schützenhalle. Über und über ist alles mit bunten Schuhkartons zugestellt. Mit vereinten Kräften schleppen die Deifelder die Geschenke der Aktion „Weihachten im Schuhkarton“ in den LKW. 1173 – so viele Kartons hat im Umkreis keine Annahmestelle.

Wie kann ein so kleiner Ort so viele Spenden sammeln?

Nicht nur der LKW Fahrer staunt. Auch die jungen Frauen, die sich seit einigen Jahren um die Aktion kümmern, sind überwältigt. „Als wir im letzten Jahr die tausender Marke knapp geknackt hatten, dachten wir, mehr kann es nun wirklich nicht mehr werden, es ist verrückt, dass immer noch eine Steigerung möglich ist“, strahlen die Frauen mit hochroten Köpfen, nachdem sie alle Kartons im LKW verstaut haben. Glücklich winken am Ende alle dem LKW nach, es ist wie ein vorzeitiges Weihnachtsgeschenk. 1173 arme Kinder werden strahlend die Schuhkartons aus dem Hochsauerland entgegennehmen – die schönste Belohnung für diese großartige Spendenbereitschaft!

Dies war die erfreuliche Bilanz der Aktion „Weihnachten im Schuhkarton“ im Jahr 2016. Seit 20 Jahren werden Kinder in Osteuropa mit Weihnachtsgeschenken aus ganz Deutschland überrascht. Die meisten Mädchen und Jungen dort leiden unter vielfältigen Entbehrungen, sei es Kleidung, Nahrung oder Zuneigung. Ein Schuhkarton, liebevoll gepackt von einer unbekannten Person, schenkt in dieser Situation Hoffnung. Seit vielen Jahren werden auch in Deifeld die bunt gepackten Päckchen aus den umliegenden Orten gesammelt, kontrolliert und weitergeschickt.

Jedes Jahr im Oktober geht es los - eine Mammut-Aufgabe, die wochenlang das Leben vieler Deifelder und Wissinghauser bestimmt. Allein würden die fleißigen Frauen diese Aktion natürlich niemals so erfolgreich betreuen können und danken dafür stets allen Spendern:

„Ohne die liebevoll gepackten Schuhkartons oder die Geld- und Sachspenden geht eine solche Hilfsaktion nicht. Wir sind total überwältigt von der Unterstützung, die uns mittlerweile aus dem ganzen Sauerland erreicht! Wir haben ein riesiges Einzugsgebiet und großartige Annahmestellen, denen wir herzlich danken möchten!“

Die Annahmestellen werden jährlich mehr, von Olsberg bis Medebach, von Hallenberg bis Korbach, von Willingen bis Brilon, von überall her treffen Pakete ein. Die Autos der Helferinnen sind regelmäßig völlig überladen. Alle Kartons müssen kontrolliert werden, und mithilfe der Sach- und Geldspenden packen die Frauen am Ende auch selbst noch Päckchen. Nur mit einer eigens entwickelten Packstraße ist diese Masse zu bewältigen.

„Wir sind mittlerweile total routiniert. Jede Frau kümmert sich um ein Geschlecht und eine Altersgruppe – Ruck Zuck kommen da pro Packabend 250 gepackte Schuhkartons zusammen“,

erzählt die Aktionsleiterin Jessica Figgen. Im vergangenen Jahr setzten die Frauen auch auf die Hilfe ihrer Kinder:

„Selbst die 3-jährigen können schon helfen, Bonbons und Lutscher in die Kartons zu legen!“

Auch in diesem Jahr werden die Frauen wieder bereitstehen und wer weiß, vielleicht knacken sie dieses Mal die 1200-Geschenke-Marke...