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Der Herbst war zu Ende gegangen in dem kleinen Pilzdorf Pfifferlingen am Rande des magischen
Waldes. Die Wichtel, Zwerge und Trolle hatten ihre Sommerkleidung in die Schränke gepackt und
die dicken, gefütterten Mäntel herausgeholt. Fine holte die Reisetasche unter dem Wichtelbett
hervor und begann zu packen. Von der Zahnbürste über ihr Lieblingskissen bis zu warmer
Kleidung – sie verstaute alles, was sie in den nächsten Wochen auf der Reise würden brauchen
können. Ihre Freundinnen Alva und Nala klopften an die Tür und als Fine öffnete, fragte Alva:
„Hast du schon gepackt? Magst du mit uns einen Tee trinken?“ Die Wichtelin klappte ihre Tasche
zu. „Ich bin bereit!“ Da stand auch Tomte aus dem Nachbarpilzhäuschen vor der Tür. „Ich bin auch
fertig, nehmt ihr mich mit?“, fragte er. Gemeinsam machten sie sich auf den Weg zum
Wichtelhäuschen von Alva und Nala.

„Ach, ich freu mich so auf meine Menschenfamilie!“, seufzte Fine. „Ich habe auch ein paar kleine Streiche im Gepäck. Aber nur leichte, ich will ja niemanden ärgern!“ Da sprang plötzlich ein strahlender Wichtel mit funkelnden Augen vor ihnen auf den Weg und rief: „Habe ich was von Streichen gehört?!“ Es war Olaf. Auch er hatte schon gepackt und war der Meister der Wichtelstreiche. Es konnte ihm gar nicht zu verrückt sein. „Du und deine Flausen im Kopf!“, rief Bippo. Nala hob drohend den Zeigefinger: „Pass bloß auf, Olaf! Übertreib es nicht, sonst haben dich die Menschenkinder am Ende nicht mehr lieb!“ Doch Olaf winkte lachend ab: „Die freuen sich doch schon so darauf! Meine verrückten Streiche und Zaubereien bringen sie zum Lachen!“

Eine kleine Gruppe von Wichteln kam den Freunden auf dem Weg entgegen. Es waren Wilfried,
Nisse, Tomke und Bente, die auch gerade ihre Taschen, Koffer und Rucksäcke gepackt hatten.
Manche hatten ihre Sachen sogar in Umzugskisten verpackt.
„Wenn ihr alle mit zu uns kommt, wird die Teerunde nur umso schöner!“, rief Alva und klatschte
vor Freude in die Hände. Nisse hatte eine Idee: „Dann hole ich auch noch Tilda, Lasse und Kalle
mit dazu!“ Kurze Zeit später waren alle versammelt. Nur einer fehlte. Nisse berichtete: „Kalle sitzt
auf seinem Bett und drumherum sieht man den Boden nicht mehr! So viele Sachen liegen herum! Er
ist ja gerne mal ein bisschen schusselig. Naja, Elvina und Pio sind bei ihm und helfen beim Packen.
Sonst kommt Kalle wohl erst zu Weihnachten bei seiner Familie an!“ Die anderen lachten ein
bisschen. Sie mochten Kalle und auch seine leicht schusselige Art. Wichtig war nur, dass man sich
gegenseitig half. Eine wunderbar lustige und fröhliche Gruppe saß da nun bei Alva und Nala am
Tisch. „Morgen geht es los, Hurra!“, rief Wilfried. Er war wie alle anderen schon ziemlich
aufgeregt.

Das Leben in Pfifferlingen war einfach wunderbar, aber einige Wichtel liebten es auch, die Advents-
und Weihnachtszeit bei den Menschen zu verbringen. Viele hatten dort kleine Wichteltüren, manche
sogar kleine Häuser, in denen sie wohnen konnten. Andere machten sich auf den Weg zu den
Werkstätten vom Weihnachtsmann und dem Christkind, um dort bei den Vorbereitungen zu helfen.
Die Übrigen blieben in ihrem Dorf am magischen Wald und verbrachten hier diese zauberhafte Zeit.
Im Frühling würden sie dann alle wieder zusammenkommen und ein großes Wiedersehensfest
feiern. Aber nun war erst einmal die Zeit der Abreise gekommen. Sie spürten die Vorfreunde auf die
bevorstehende Adventszeit. Morgen würde es losgehen!

Es war Tradition in Pfifferlingen, dass die Wichtel, die sich auf ihre Reisen machten, von ihren
Freunden mit einem reichhaltigen Frühstück und viel Proviant verabschiedet wurden.
Sobald die Sonne aufging, versammelten sich alle auf dem Dorfplatz und eine fröhliche Stimmung
lag in der Luft. Bruno, der größte Troll, stand auf: „Guten Morgen! Ich hoffe, ihr habt gut geschlafen. Bevor ihr euch auf eure Reise macht, wollen wir euch wie jedes Jahr mit einem tollen Frühstück verabschieden. Wir wünschen euch eine zauberhafte Advents- und Weihnachtszeit bei den Menschen oder in den Werkstätten in Rovaniemi, am Korvatunturi oder am Nordpol, an den
geheimen Orten des Christkinds und überall dort, wo eure Hilfe und eure Wichtelmagie gebraucht
wird. Habt eine gute Reise und kommt sicher und fröhlich im Frühling wieder bei uns an. Wir
freuen uns auf euch!“ Dann begann das Frühstück. Was für großartige Leckereien und Köstlichkeiten standen da auf dem Buffet! Duftende frische Brötchen, leckeres Obst, Zimtschnecken und Aufstriche jeder Art. Dazu Eier der Zauberhühner, Knabbergemüse und noch vieles, vieles mehr. Die Wichtel langten gerne kräftig zu, damit sie gut gestärkt losgehen konnten und packten auch ihre Proviantdosen voll.

Dann ging es los! Mit einem herzlichen Abschiedswinken und einem fröhlichen „Auf Wiedersehen!“ machten sich die Reisenden auf den Weg. Eine leichte Aufregung lag in der Luft. Sie waren bereit, neue Abenteuer zu erleben und Menschen mit ihrer zauberhaften Anwesenheit zu erfreuen.

Die Wichtel, die im Dorf blieben, saßen noch lange an diesem Vormittag zusammen, genossen das Frühstück und planten bereits, wie sie die Adventszeit im Dorf gestalten könnten. Sie tauschten Plätzchenrezepte und Bastelideen aus und freuten sich auf lange Abende am Lagerfeuer mit
Weihnachtsgeschichten und natürlich mit Geschenken. Manches Mal kam ein Wichtel, der eigentlich bei den Menschen wohnte, auch in Pfifferlingen für einen Besuch vorbei (vielleicht, weil er etwas vergessen hatte) und erzählte von den Erlebnissen bei den Menschen, wie die
Kinder sich bei den Briefen und Streichen freuten und wie lieb sie waren. Die Tage wurden kürzer und die Nächte länger. Die Vorfreude auf das bevorstehende Weihnachtsfest wuchs.

Egal, ob sie bei den Menschen waren oder im Dorf blieben. Alle Wichtel waren dankbar, Teil dieser wunderbaren Gemeinschaft zu sein und die Magie der Adventszeit zu erleben.

Leseprobe aus: „Winter und Weihnachten in Pfifferlingen“ von Heike Neumann (ganz leicht abgeändert)

Taucht mit mir ein in die Magie der Adventszeit

und lasst euch verzaubern…

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